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Münkler-Watch und die Psychologie des „Extremismus der Mitte“

In der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS) ist am Sonntag, 24. Mai, unter dem Titel „Attacken an der Humboldt-Uni. Unser Professor, der Rassist“ ein Artikel zu „Münklerwatch“ erschienen, in dem man selten komprimiert und direkt die Psychologie unserer neu-konservativen gesellschaftlichen Mitte studieren kann.

Zunächst: Münklerwatch ist ein bemerkenswertes Interventionsprojekt von hu.blogsport.de, welches die Vorlesung im laufenden Semester von Prof. Herfried Münkler zur „Einführung in die Politische Theorie und Ideengeschichte“ an der Sozialwissenschaft der HU Berlin öffentlich und anonym mitprotokolliert. Das Ziel dabei ist, auf Münklers regelmäßige Entgleisungen z.B. gegen Arbeitslose, Flüchtlinge, Frauen hinzuweisen und die charakteristischen militaristischen, chauvinistischen und eurozentristischen Färbungen seines Denkens herauszuarbeiten. Einigen von uns – und wir stehen zum Münklerwatch-Blog in keiner direkten Verbindung – sind diese „besonderen Merkmale“ Münklers auch unabhängig von der Vorlesung und vor Beginn der Blog-Tätigkeit aus eigenen Erfahrungen bekannt. – Sexismus und dumme, autoritäre Sprüche aus seinem Munde, gegen die man als Student*in nicht ankam, weil man von Münkler damit öffentlich bloßgestellt wurde und sich die Lacher der anderen erntete.

Dass die Kolleg_innen von hu.blogsport.de mit ihrer Aktion einen Nerv treffen, dafür spricht auch die große mediale Aufmerksamkeit, die der Blog schon nach weniger als drei Wochen seiner Arbeit gefunden hat. Welches vergleichbare, in einem lokalen Situationskontext verankerte Interventionsprojekt hat es so schnell in die nationalen Printmedien geschafft? So ist der Artikel in der FAS nicht der erste Artikel über die Causa, zuvor haben bereits Spiegel Online, die taz (1, 2), die NZZ und der Berliner Tagesspiegel darüber berichtet. – Und wenn man sehen will, wer Münkler ist, dann schaue man sich dieses Bild an.

Ein psychologisches Studienobjekt

Allerdings, mit dem FAS-Artikel kommt die Sache auf ein neues Level, die Aktion wird jetzt erst so richtig interessant. Denn es fällt uns damit ein seltenes psychologisches Studienobjekt in die Hände, das erkennen lässt, wie sehr die Aktion nicht nur bei uns einen Nerv trifft, sondern viel mehr noch in der neuen konservativen „Mitte“ unserer Gesellschaft. Sie trifft dort einen Nerv, der tief ins Unterbewusste führt, und eine ganze Kaskade von Ressentiments triggert, die sich kaum verhohlen in dem FAS-Artikel entladen können.

Bevor ich das im Detail studiere, sei noch angefügt: Ich hatte beim Lesen unweigerlich an einen weißen deutschen, etwas frustrierten Biedermann denken müssen, der sich in seiner Stammtischrunde anständiger Bürger beifallheischend empört. Aber weit gefehlt, und blöde Klischee-Denke! Der Artikel ist von Friederike Haupt, einer jungen Frau Anfang 30, die eine von uns sogar aus Studienzeiten in Leipzig kennt.

1.

Der erste affektive Komplex, der den Artikel durchzieht, ist die Angst vor Kontrolle.
Ja, eine ANGST vor digitaler KONTROLLE hat unsere bürgerliche Mitte!

Das für sich genommen ist ja sogar nachvollziehbar und auch noch kein Ressentiment. Aber warum führt unsere bürgerliche Mitte dann nächste Woche die Vorratsdatenspeicherung ein oder fordert in zahlreichen Kommentaren unter dem Artikel, den BND auf die Menschen hinter Münklerwatch anzusetzen?

„Die anonyme Kritik der vergangenen Monate wirkt. An der Humboldt-Universität hat man Angst.“

Ja genau. MAN – das anonyme „man“ – hat Angst vor der anonymen Kontrolle. Und wer keine Angst hat, der ist nicht normal, gehört nicht zum Man, sondern ist extrem, und hat an der Humboldt-Universität nichts zu suchen.

„Die Angst ist so groß, weil die Angreifer sich jederzeit ein neues Ziel suchen können.“

Aha, es geht also gar nicht um Münkler. Sondern um die Drohung einer eigenen Schädigung, um eine Unberechenbarkeit, die das Man nicht schlafen lässt. – Tatsächlich zeigt sich hieran, dass die Angst nur deshalb so groß ist, weil das Man so unreflektiert über sich selbst und sein Auftreten ist, dass es sich mit Münkler in einen Topf wirft und deshalb für das potentielle nächste Opfer hält. – „Je suis Münkler!“

„„Münklerwatch“ ist eine neue Stufe der Kontrolle: jede Woche ein neuer Eintrag.“

Nein, man darf sich hierüber nicht verwundern. Friederike Haupt offenbart uns die nächste Stufe der Hilflosigkeit einer in ihren Widersprüchen sich selbst zermürbenden Gesellschaftsmitte. Dass sie nicht versteht, wogegen sich diese Kritik wendet, bezahlt diese Mitte mit eigenem psychischem Leid – mit Angst, Neid, peinlichem Emöprungseifer. Denn der ihrer Psyche tief eingebläute Kinderglaube an Recht und Ordnung des Staates wittert längst, dass die alten Säcke nur ihr eigenes Ding machen und in der für den postdemokratischen Zustand charakteristischen Weise einfach an ihr vorbeiziehen. Nur leider hat dieser Glaube es noch nicht geschafft, sich von seinen primären Bindungen an Mama und Papa zu lösen. Wieder und wieder empfindet er das kindliche Gefühl der Demütigung, wenn andere seine Autoritäten in Frage stellen. Früher war es Papa, der vielleicht beleidigt wurde, heute ist es der „hoch anerkannte Geschichtsprofessor“, der „Preis[träger] der Leipziger Buchmesse“, der Lehrstuhlinhaber „an der Humboldt-Universität seit mehr als zwölf Jahren“. Mit diesen artigen Reverenzen an eine ergraute Patriarchenrunde, deren Teil sie zwar mitunter nicht ist, aber mit der sich zu identifizieren sie so nachdrücklich antrainiert bekommen hat, versichert sich unsere konservative Mitte ihresgleichen, befriedigt sie jede Woche neu ihr Bedürfnis nach psychischer Resonanz unter ihresgleichen.

2.

Die konditionierte Autoritätshörigkeit sitzt so tief, dass es den Betroffenen verhindert ist, die Demütigung an sich selbst zu verstehen und in Worte zu fassen, die auftritt, wenn an ihren Autoritäten gekratzt wird. Sie können sie nur affektiv erleben, als eine heftige, gestaltlose Kraft aus der Tiefe des eigenen Gemüts. Das äußere, gesellschaftliche System etablierter Macht- und Statusstrukturen wird in dieser Psychologie zu einem inneren Gerüst der Stabilität. In Unreflektiertheit über diesen Mechanismus schlägt aber jede Erschütterung, die diesem Gerüst der Autoritäten und Sicherheiten droht, in eine allgemeine, namenlose Angst um – in die Angst vor den opaken Mächten anonymer Blogger, die mit ihren diffamierenden Stimmen aus dem Off den hart errungenen, mit sexistischen Witzen und schnoddrigen Gesten erkämpften und verbissen aufrechterhaltenen Status als gelehrter Professor unserer Universität und Berater der Bundesregierung wieder zunichte zu machen. Ja diese bösen Stimmen aus dem Nichts, diese opaken Wesenheiten und Instanzen, die uns ständig beobachten und kontrollieren, das kann bei Leuten, die etwas zu verlieren haben und bei ihren Handlangern (auch in der FAZ-Redaktion) leicht verständliche paranoide Komplexe triggern.

Dass es nicht als ein WIDERSPRUCH empfunden wird, einerseits von der Angst eines anonymen „man“ vor Kontrolle durch öffentlich einsehbare Interventionen zu sprechen, andererseits nach mehr opaker Kontrolle und nicht offen einsehbarer autoritärer Härte auf gesamtgesellschaftlicher Ebene zu rufen (BND, Vorratsdatenspeicherung, Krieg gegen den Terror), ist das deutliche Zeichen dieser tief verunsicherten, an ihrer eigenen Minderwertigkeit leidenden Psychologie. Kontrolle ist in diesem Empfinden nicht gleich Kontrolle, je nachdem, ob sie vom Staat (von Papa) ausgeht oder nicht.

Die Art und Weise, wie man selbst dazu dressiert wurde, dem Papa, den Lehrern, der Polizei gegenüber hörig zu sein, setzt sich hier bei erwachsenen Menschen in den kindlichen Artigkeiten gegenüber einem Himmel der Professoren, Koryphäen und sonstigen Honoratioren fort. Das allein reicht aber nicht, man verlangt dazu noch von allen anderen denselben Glauben an diesen Himmel und wird damit zum Knecht dieses Systems. Die Macht hat es geschafft, sich so perfide in die Köpfe einzunisten, dass sie auch von ihren Handlangern verteidigt wird. Wer die Freiheit besitzt, den Autoritäten zu widersprechen, der wird mit einer zweifachen Strategie kaltgestellt: Er wird erstens unter das Konstrukt einer terroristischen Struktur gefasst (Linksextreme-Trotzkisten-Partygänger-Tatooträger), die den rationalen Aspekt von Autoritätshörigkeit markiert; und zweitens trifft ihn eine geballte Ladung Ressentiments, heimlicher Sehnsüchte und Neidereien, die man sich selbst nicht gestattet, und das ist der affektive Aspekt von Autoritätshörigkeit: All diese Querulanten, die die Freiheit besitzen, das zu tun, was man sich selbst lange verwehrt hat, weil Papa und Mama immer darüber die Nase gerümpft haben, müssen deshalb jetzt darunter leiden. Papa Staat soll die bitte so kontrollieren, wie man früher als Kind selbst kontrolliert wurde.

3.

In diesem Psychogramm lässt sich erkennen, wie Angst, Unsicherheiten und Minderwertigkeitskomplexe Politik machen – die Forderung nach Überwachung und Kontrolle ist nur einer von vielen denkbaren politischen Folgen einer autoritären Psychologie. Das Ressentiment spielt in dieser Psychologie die Rolle, die Affektökonomie zu organisieren, und dieser Faktor ist besonders in der Peripherie der Macht relevant, also nicht bei den wirklich Mächtigen selbst (die haben das nicht nötig), sondern bei denen, die sich im Leben viele Wünsche und Begehren verweigern mussten, sich Jahrzehntelang in ihrer subalternen Position zusammengerissen haben, und natürlich von allen anderen verlangen, dass sie das auch tun.

Ressentiment, das ist eine „auf Vorurteilen, einem Gefühl der Unterlegenheit, Neid o. Ä. beruhende gefühlsmäßige, oft unbewusste Abneigung“ – eine treffendere Beschreibung könnte man für Friederikes Artikel kaum angeben. Denn kennt man den „Gegner“ selbst eigentlich nicht so genau, dann setzt man unwillkürlich all das für ihn ein, was die kindliche Psyche verpasst hat. Und so entblößt sich Friederike ganz und gar selbst mit ihrem Text, denn alles, was in den tief sitzenden Strukturen lange verwehrter Wünsche und Begehren angelegt ist, die mittlerweile zu Neid und Eifersucht sedimentiert sind, kommt dabei hervor. Für Friederike Haupt sind es Menschen, die sich tätowieren lassen, Menschen, die 30 Stunden auf Parties gehen, Menschen, die in Berlin leben, Menschen, die sich mit Geschlechterrollen oder anderen strukturellen Machtphänomenen beschäftigen, Menschen, die politische Verantwortung übernehmen.

Diese Ressentiments durchziehen den Artikel vom ersten Absatz bis zum letzten. Der Hass, mit dem sie präsentiert werden, ist der Kleister der ihre lose Aneinanderreihungen zusammenhält. Nur dem Empfinden ähnlich Strukturierter Leser_innen kann es verborgen bleiben, dass hier ein ganzes Ensemble von Minderwertigkeitskomplexen, Gefühlen des Neides und heimliche Sehnsüchte nach verweigerten Lebensentwürfen im Hintergrund stehen muss. Der Artikel präsentiert einen pauschalen Rundumschlag gegen all jene, von denen Friederike einen demütigenden Akt vatermörderischer Emanzipation erwartet, eine Loslösung von autoritären Bindungsstrukturen, zu der sie es selbst vielleicht nicht gebracht hat. Ungefragt bekommen wir hier Einblicke in ein psychisches Innenleben, das wir gut studieren sollten, weil es leider politisch wirkmächtig ist.

4.

Für ihre Ressentiments gegenüber feministischen Anliegen ist Friederike Haupt ja längst bekannt [2]; dazu hat sie sich auch vor einem Monat schon in der „FAZ“ äußern dürfen [3] und erfreut sich außerdem des Lobes christlich-fundamentalistischer Blog-Plattformen [4].

Wie bemitleidenswert dumm die psychologische Verschiebung einer sachlichen Auseinandersetzung mit dem Münkler-Thema, zu der ihr Artikel in keiner Zeile etwas beiträgt, in das schmähende Vorführen von Praktiken des Genderns mit Unterstrich oder der critical whiteness studies (Thema N-Wort) hier wirkt, ist ja letztlich Friederikes Problem. Von allgemeinerer Bedeutung ist aber, wie dieser journalistische Stil nicht nur Ausdruck einer individuellen Psychologie ist, sondern mit sicherer Hand billigste Stammtischklischees bedient und sich damit in einen überpersönlichen *Resonanzraum* einer Ressentiment-Psychologie stellt. Auf eine an der Sache interessierte Auseinandersetzung ist dieser Stil deshalb nicht angewiesen, weil seine eigentlich Mechanik in der affektiven Resonanz liegt, die er einer sich radikalisierenden, neu- und altkonservativen Gesellschaftsmitte bietet.

Wir sollten es dringend als ein warnendes Symptom für den Grad des bereits etablierten „Extremismus der Mitte“ lesen, dass in einem überregionalen Leitmedium ein Artikel erscheinen kann, in dem sich ein Rundumschlag offensichtlich kontextloser Schmähungen und pauschaler Feindbildkonstruktionen einer etwas überhitzen Autorin breit machen können, ohne dass sie an anderer Stelle redaktionell wieder herausgestrichen werden:

„Manche an der Universität glauben, dass Studenten der Gender Studies an den anonymen Aktionen beteiligt sind.“
„Studenten wollen einige von ihnen erkannt haben unter denen, die klatschten und schrieen, bis die Polizei kam. Manche Professoren glauben, dass es wieder Leute aus diesem Umfeld sind, die jetzt „Münklerwatch“ betreiben. Andere vermuten, dass es die Trotzkisten-Jugend ist.“

Ja, die bösen Gender-Leute, oder gar die TROTZKISTEN. Eine diffamierende Bezeichnung Stalins für bestimmte oppositionelle Gegner wird hier zur verzweifelten Kampfvokabel eines neukonservativen Milieus, das damit zunächst allerhand über sich und sein antiquiertes Imaginäres verrät und über den Grad der Verzweiflung in dem Bedürfnis, „dem Feind“ endlich einen passenden Namen zu geben. „Links“ möchte ja heute jede*r Künstler*in sein, „linksradikal“ – die Vokabel, an deren affektiver Besetzung die Konrad-Adenauer-Stiftung seit Jahrzehnten behäbig arbeitet – ist ein wenig zu ausgelutscht und passt nicht in unsere Hörsäle, nennen wir sie also lieber trotzig die – Trotzkisten! Das klingt nach irgendwas zwischen Quengelkindern und einer Geheimbrigade der Russischen Armee.

5.

Und dann, Friederike entblödet sich auch nicht, ihre intimsten Selbstauskünfte öffentlich breit zu machen: BERLIN! Berlin als der alte neue Lokalisationspunkt, gegen den alle Ressentiments bundesbürgerlicher Spießbürger_innen oder fleißiger Frankfurter Geschäftsleute und Knechte sich richten dürfen, – nicht das politische Berlin ist gemeint, sondern das Berlin der Tätowierten und der Draufgänger.

„Berlin ist der Ort in Deutschland, an dem es zum guten Ton gehört, extrem zu sein. Viele Berliner leben natürlich auch brav vor sich hin, lassen sich tätowieren und halten das für extrem.“

Liebe Friederike, hier spricht ja die SEHNSUCHT aus dir! Warum, wenn du nicht selbst vor dem Tattoo zurückschreckst, es aber doch auch irgendwie willst, erscheint es dir sonst plausibel, hier so assoziativ zu dem Thema zu springen? Warum ist es ein Punkt zur der Sache, dass alle Berliner extrem sein wollen, während sie es aber gleichzeitig nicht seien? Und die gehen da „30 Stunden lang in den Club und kotzen danach in die Bahn“! Wenn Papa das wüsste. Ja, da hast du sicher einfach etwas verpasst, sonst wüsstest du, dass niemand aus Berlin danach in die Bahn kotzt. In einer Argumentationsfigur wie „die wollen extrem sein, sind es aber nicht, und deshalb sind sie gefährliche anonyme Blogger, Trotzkisten oder GENDER STUDIERENDE“ formuliert sich keine Ablehnung, sondern eine verdrehte und verworrene Selbstauskunft über lang unterdrückte Wünsche.

Und, oh weh: Wer sich ein wenig in der Psychologie des deutschen Kleinbürgers auskennt, wird es schon ahnen, natürlich bleibt auch ein weiterer wunder Punkt uns nicht erspart: AMERIKA. In „Amerika“, da „werden Professoren schon länger auf diese Art bedrängt.“ Wir wollen nicht, dass es so wird, wie in Amerika (nein, wollen wir tatsächlich wirklich nicht, aber das ist eine andere Geschichte). …

Was nehmen wir mit?

All das wäre deutlich egaler, wenn dieser Artikel wirklich von dem deutschen Biedermann am Stammtisch käme, der in Münklerwatch endlich eine Bestätigung für seine Paranoia gefunden hat und nun empört zur Ordnung ruft. Und als ich den Artikel zum ersten Mal las, habe ich keine Sekunde daran gezweifelt – was wiederum etwas über mein verengtes Weltbild sagt. Deshalb ist es wichtig, diesen Fall gut zu studieren. Die Psychologie, die sich hier veräußert, ist politisch mächtig, und das wird sie desto mehr, je mehr Resonanz direkt auf der Ebene ihrer affektiven Strukturen sie sich durch Artikel wie diesen verschaffen kann. Denn hier wird nicht mehr argumentiert, sondern direkt ins Unterbewusste gegriffen, es werden Energien mobilisiert, die sich zu einer gewaltigen Masse aggregieren können. Höchst bedenklich ist es, wie diese Kräfte dazu genutzt werden können, Feindbilder und Hassobjekte und eine Quasi-Terrorgefahr zu konstruieren.

Dass es sich bei der Journalistin um eine junge Frau handelt, ist schockierend. Sie ist so alt wie wir, und eine von uns war zu Studienzeiten mit ihr bekannt – mit einer gemeinsamen Freundin als Bindeglied. Es handelt sich deshalb nicht um eine abgesonderte Parallelwelt oder Grosväterriege alter Männer, die sich hier zu Wort meldet, sondern um eine Generation Neukonservativer aus unseren eigenen Reihen! WIE bloß hat Friederike sich seither diesen Duktus und dieses Ressentiment antrainiert? Wieso gibt sie sich dafür her, die emotionale Arbeit zu leisten, die es ist, wenn man einer Ressentiment-Psychologie eine Resonanzplattform bietet wie in diesem Text? Wir müssen dringend studieren, wie solche Subjektivitäten und Biographien funktionieren. Wir müssen aufhören, immer nur an den „männlichen weißen deutschen Dude“ zu denken. – Wenn es nur der wäre!

 

[4] https://charismatismus.wordpress.com/tag/friederike-haupt/
[3] http://www.faz.net/aktuell/politik/kaffeesuechtige-grossstadtfrauen-schluck-daisy-duck-13522717.html
[2] http://genderama.blogspot.de/2015/04/friederike-haupt-in-der-faz-die-blogs.html

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