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Ein Dilemma, das besonders den deutschen Schreibtischdenkenden schnell mal heimsuchen kann

Wenn jede Spur zu legen als Gefahr erscheint, ist man schnell an einem Punkt der Isolation und Lähmung:
Die banalsten Dinge können ein gigantisches Potenzial an Risiko gewinnen, oder schlimmer: Die Dinge verlieren gar jegliches kalkulierbares Risiko.

Einen Text zu schreiben, versprachlichen, die Gedanken sortieren – ein zentraler Weg der Reflexion geht mit der Angst vor der Erzeugung von Dokumenten verloren.

Auch das persönliche Gespräch mit dem sozialen Umfeld, in dem sonst das Handeln, die in Betracht gezogene „Tat“, kontextualisiert wird, kann verstummen, wenn die Angst vor allgegenwärtig lauernden Horcheinrichtungen zu groß ist, wenn der Gegenstand schlicht als indiskutabel empfunden wird, oder das zur Sprache kommen mit vertrauten Menschen nur über elektronische Medien möglich ist.

Dies ist besonders oft außerhalb gewohnter oder normierter Wege gegeben und somit auf einem Terrain, dessen Gefahrenpotenziale nicht im eigenen Erfahrungsschatz liegen, das andererseits aber gerade einen reichen Nährboden für Ideen möglicher Grenzbeschreitungen bietet.

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