Single post

Vom Newsfeed zum künstlichen Kompagnon?

Wenn in einigen Jahren das erste wirklich menschlich-intelligente Roboter diese Welt durchwandert wird er es nicht unbedingt darauf absehen uns Menschen durch seiner Art abzulösen. Es wird keine freie Maschine sein, die irgendjemand geschaffen hat um Technologisch dem Menschen möglichst nah zu kommen. Es wird aber auch kein Gerät sein, dass nur bestimmten Tätigkeiten nachgehen soll, die wir Menschen ungerne selber machen wollen (wie z.B. die Altenpflege oder Kinderbetreuung). Die künstliche Intelligenz scheint sich viel mehr aus dem Smartphone heraus zu entwickeln. Kleine Bots, wie Siri, die als Assistenten lernen, was wir mögen und uns helfen, unseren Alltag zu organisieren und zu sortieren. Mit jeder Stufe, die sie mehr über uns verstehen können, treten sie uns auch mehr als Wesen gegenüber. Sie sollen die Dinge so organisieren, wie wir sie am liebsten hätten, dafür müssen sie lernen so zu denken, wie wir denken. Dies gilt etwa auch für den Facebook Newsfeed, der uns zeigen möchte, was wir am liebsten lesen/konsumieren wollen. So entwickeln sich also zum Beispiel diese zwei Systeme, eines dass perfekt unseren persönlichen Alltag kennt und eines, dass unsere persönlichen Vorlieben und Themen kennt.

In viele Science Fiction Filmen, die sich mit den Themen auseinandersetzen (z.B: „Her“ oder „Be right back“, beide von 2013) treten Roboter auf, die Mithilfe von gesammelten Daten, einen Lebenspartner simulieren können. Als Vorstufen davon scheinen Bots wie Xiaoice bereits die Liebe einiger Menschen gewinnen zu können. Doch sind wir nicht durch die Stunden, die wir vor Facebook verbringen bereits auf dem besten Weg einen Bot als zeitintensiven Begleiter zu haben? Auch wenn uns die Facebook Filterbubble (noch) nicht als Charakter entgegentritt ist sie erstaunlich ähnlich zu dem Robotermodell, dass sich viele Menschen auf der Welt wohl gerne nutzen würden: Ein Partner, der voll und ganz zu kontrollieren scheint, der sich stets den eigenen Wünschen anpasst, dich sogar einfach so liebt, wie du bist, den man vielleicht ab und zu mal abschalten könnte, der keine Arbeit macht und der nicht einfach plötzlich versterben kann. Trotzdem hat das Bot immer gute Ideen, womit man sich die Zeit vertreiben könnte, was man zu essen bestellen könnte und stet dir stets mit seinem hundertprozentigen Gedächtnis zur Seite.

Setzt sich also so die Filterbubble im realen Raum fort?

Wenn sich die Bubble mehr und mehr als Struktur unserer Gesellschaft festigt, brauchen wir damit vor allem ein neues Grundverständnis von Realität, das auch verändern wird wie z.B. demokratische Meinungsbildungen durchgeführt werden können. Aber vielleicht kann uns ja auch hier demnächst unser persönlicher Bot helfen, für den es bestimmt ein leichtes ist für unsere persönliche Meinung einzutreten.

theme by teslathemes