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work in progress Linksammlung: Neoliberale Entwicklungen im Gesundheitswesen

Eine kurze Recherche zu unterschiedlichen Tarifverträgen von Ärztinnen an Universitätskliniken und Tarifverträgen an Krankenhäusern privater Träger ist leider in eine längerer google-session ausgeartet. Ihr Ergebnis ist der Beginn einer kleinen Linksammlung zu Statistiken, Analysen und Kritiken zu einer Entwicklungen der letzten ca. 25 Jahre, die unter dem Stichwort „Ökonomisierung der Medizin“ wahlweise verhandelt, bedauert oder gefeiert werden.

Diese Linksammlung wird hoffentlich in den nächsten Wochen wachsen, wer mitmachen möchte, kann sich gerne beteiligen!

Powerpoint-Präsentation des Bereichsleiter Gesundheitspolitik von verdi zum 10-jährigen Jubiläum der Einführung der Einführung der DRGs.

Leseprobe aus „Nils Böhlke / Thomas Gerlinger / Kai Mosebach / Rolf Schmucker / Thorsten Schult. Privatisierung von Krankenhäusern. Erfahrungen und Perspektiven aus Sicht der Beschäftigten“. Dabei werden insbesondere die politischen Hintergründe beleuchtet, die Deutschland in der Vergangenheit zu dem Staat mit den meisten Krankenhausprivatisierungen in Europa gemacht haben.

Die ökonomische Ursache der Krankenhausprivatisierung liegt in der Umverteilungspolitik der vergangenen Jahre: Deutschland hat beim Steuersenkungswettlauf zwischen den Staaten im Zuge der neoliberalen Wende die Schwächung der öffentlichen Finanzen radikaler vollzogen als andere Industriestaaten. Die Gewinnsteuern der Unternehmen wurden erheblich gesenkt. Fast jede Steuerreform wurde zulasten der öffentlichen Einnahmen finanziert. Parallel dazu wurden die in Deutschland traditionell niedrigen Steuern auf Vermögen (Erbschaftsteuer, Vermögensteuer, Grundsteuer) nochmals gesenkt. Die CDU/FDP-Bundesregierung schaffte in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre die Vermögensteuer ganz ab. […] Weisbrod-Frey hat gezeigt, dass dieser Einbruch in vielen Bundesländern nahezu zeitgleich mit der Abschaffung der Vermögensteuer – sie war eine Ländersteuer – erfolgte.

Pressemeldung der Bundesärztekammer zur 6. Auflage der „Beratungs- und Formulierungshilfe Chefarzt-Vertrag“ der Deutschen Krankenhausgesellschaft e. V., des „blueprint“ aller Chefarztverträge in Deutschland. Ausführlichere Hinweise gibt es auch noch. Zitat:

Insbesondere mit der Eliminierung des Liquidationsrechtes als Vergütungsinstrument des Chefarztes im stationären Beriech hebt die Krankenhausgesellschaft ein bisher prägendes Element der Gestaltung von Chefarztverträgen auf. Das von den Krankenhausträgern bei Chefärzten immer wieder eingeforderte unternehmerische Denken und Handeln wird durch Gängelei infolge Überregulierung und damit bewirkte Demotivation der Chefärzte als der für den Ruf und die Wettbewerbsposition eines Krankenhauses maßgeblich prägenden Gruppe von Leistungsträgern nicht positiv beeinflusst werden können.

 

Seite des statistischen Bundesamts mit detaillierter Auflistung der Gesundheitsausgaben in Deutschland aus dem Jahr 2014. Interessant dabei: Gesamtausgaben für Medikamente machen nur ca. 16% der Gesamtausgaben aus.

 

Noch nicht gelesen/geordnet, aber vielleicht interessant:

Ökonomisierung derMedizin: Die Grenzen des Marktes: http://www.aerzteblatt.de/archiv/140832

Riesig lange soziologische Diss zur Ökonomisierung der Medizin in der Schweiz: http://www1.unisg.ch/www/edis.nsf/SysLkpByIdentifier/4055/$FILE/dis4055.pdf

„Fachportal für DRG“: http://www.mydrg.de/

Tips eines Anwalts zur Verhandlung eines Chefarztvertrages: http://www.iww.de/pfb/wirtschaftsberatung/mustervertrag-die-verhandlung-ueber-einen-chefarztvertrag-an-der-seite-des-arztes-f80824

 

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