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German Angst-Krise – Teil 4. Über die Spürbarkeit der Eurokrise

„In Deutschland geht es uns verhältnismäßig gut.“ Wenn wir etwas aus der Eurokrise lernen sollen, dann das. Als Lohnabhängige sollen wir zufrieden sein, mit dem, was wir haben. Denn es könnte ja schlimmer kommen. Es könnte so kommen wie in Spanien, Italien, Portugal und Griechenland. Wir hingegen haben Arbeit, unser Staat ist nicht bankrott und

German Angst-Krise – Teil 3. Warum heißt es „German angst“?

Ein paar Spekulationen über „nationale Generalcharaktere“. 1. Im Englischen verwendet man das deutsche Wort „angst“ um über eine bestimmte charakterliche Eigentümlichkeit eines Menschen zu sprechen, über ein latentes, psychologisches Grundbefinden. Während der Furcht bzw. „fear“ eine typisch intentionale Struktur eignet, sie also auf einen Objekt oder einen Umstand gerichtet ist, verzeichnet das Englisch-Wörterbuch die „angst“

German Angst-Krise – Teil 2. Besuch bei den Großeltern

Mein Großvater ist ein 81-jähriger, aus Ost-Berlin stammender, nun aber im Odenwald lebender Ingenieur. Er führt immer noch ein eigenes Büro, mit meiner Großmutter als Sekretärin. Seine Arbeitszeit hat er seit einem Jahr auf 40 Stunden die Woche heruntergesetzt. Er fährt ein umweltfreundliches Auto mit Elektro-Option und rühmt sich gleichermaßen klimabewusst, wie wohl informiert zu

German Angst-Krise – Teil 1. Citizens, hear me out. This could happen to you.

Während einer Sommerschule zu kritischen Perspektiven auf die Eurokrise habe ich die selbst erteilte Aufgabe, eine Abhandlung über das Phänomen der Angst in Deutschland auf Papier zu bringen. Irgendwie in Bezug auf die Krise natürlich. Der Begriff der Angst kam mit Überlegungen über die deutsche Haltung zur Krisenpolitik auf. Immer wieder kamen wir in der

Empathische Dissonanz: Praktische Auswege aus einer psychosozialen Sackgasse

Mir steht eine psychosoziale Sackgasse vor Augen, aus der es oft schwierig ist, einen Ausweg zu finden: Ich finde mich immer wieder in sozialen Kontexten, auf Veranstaltungen oder eingebunden in Gruppen wieder, die mich in eine paradoxe Lage manövrieren. Einerseits beginne ich auf der interpersonell-emotionalen Ebene, Anschluss zu finden, Kontakt aufzubauen, ich lasse mich auf

26 Jul 2015
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Nachrichten aus der Anstalt, Teil 1: Über Empathie und Ressentiments gegen Geflüchtete

Neue junge Ärztinnen Lars ist ein junger, schwäbischer, weißer, angenehm gebräunter Arzt, der eine kindlich-sympathische Begeisterung für Dinge hat, die gut funktionieren. Fasziniert ist er etwa von Apple-Produkten: mit seiner neuen Apple Magic Mouse kann er durch eine simple Wischbewegung mit drei Fingern auf dem integrierten Touchpad ins Dashboard seines iMac wechseln! Gleichzeitig stört sich Lars an Dingen,

24 Jul 2015
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Die Deutschen und die Regeln. Eine kleine Polemik anlässlich der „Griechenlandkrise“.

Wolfgang Schäuble, 27.01.2015, Wirtschafts- und Währungsausschuss des EU-Parlaments „Das was irgendwann vereinbart worden ist, seien es Vereinbarungen, seien es Regeln, die wir uns gegeben haben, [muss] auch eingehalten werden.“   Leserkommentar: „coopms“ am 26.02.2015 auf welt.de „Auf keinen Fall dürfen wir die Forderungen durch Nebensächlichkeiten verwässern lassen. Solche wie: Die können das gar nicht zurückzahlen.

20 Jul 2015
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block011 – schland. Performance am 22.07.2015

30 Jahre nach der letzten Renaissance der Psychoanalyse macht sich block011 auf in die Tiefenschichten deutscher Autoritätsehnsüchte. In einer Stichprobe von Leserbriefen, journalistischen Kommentaren und Politikerstatements zur „Griechenlandkrise“ gilt es, die neue deutsche Psyche zu vermessen – von Regelfetischismus bis Kindergarten. Performance am 22.07.2015 bei „Philosophy Unbound“, 20 Uhr Café Edelweiß, Görlitzerstraße 1-3 (direkt im

Kriegstraumata und Krisenpsychologie in Deutschland: Befunde aus der Griechenlandkrise

Die deutschen Reaktionen auf die Griechenlandkrise lassen sich auch als ein Spiegel hiesiger Psychologie lesen. Insbesondere Lesekommentare geben viele Aspekte dieser Psychologie wieder. Einen davon möchte ich hier zum Gegenstand machen: Kindheitstraumata der Nachkriegszeit. Denn erstaunlicherweise nehmen viele der Kommentare diverser Foren Bezug auf die Nachkriegszeit in Deutschland. Zum Beispiel dieser hier: LillSchmidt 3 (Con-Cosmos)

Schuld, Regeln, Selbsthass: Der deutsche Blick auf Griechenland

Das soziale Bewusstsein der Neuen dt Mittelschicht – so stelle ich frei nach Wilhelm Reich zur Diskussion – ist nicht gekennzeichnet durch Schicksalsgemeinschaft mit den anderen, sondern durch ihre Stellung zur staatlichen Obrigkeit und zur „Nation“. Diese besteht in hassliebender Identifizierung mit der Staatsmacht und ihrem Regelwerk: In die Subjektivität unserer Neuen dt Mittelschicht ist

17 Jul 2015
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