Tag: Kritik

Radikale Philosophie – Randgänge der Aneignung

[Text von 2015, verloren & wiedergefunden] Wie lässt sich die Selbstbezeichnung „Radikale Philosophie“ verstehen? Das fragten wir uns bei unserem Besuch der Radical Philosophy Conference im Berliner Haus der Kulturen der Welt. Dabei blieb uns die Bedeutung des Wortes „radikal“ im Laufe des Konferenztages bis zuletzt verborgen. Eines war jedenfalls klar: Diese Konferenz war es

Zum Begriff der Krise

Was meinen wir, wenn wir in Diskussionen zu der aktuellen Lage in Griechenland und in Europa von Krise sprechen? Welche Implikationen haben verschiedene Bedeutungen von Krise für die Analyse in der aktuellen Lage? Für diese Frage möchte ich dem Begriff der „Krise“ nachgehen und einen Versuch wagen, gleichermaßen die historischen wie gegenwärtigen Bedeutungen zu fassen.

Empathische Dissonanz: Praktische Auswege aus einer psychosozialen Sackgasse

Mir steht eine psychosoziale Sackgasse vor Augen, aus der es oft schwierig ist, einen Ausweg zu finden: Ich finde mich immer wieder in sozialen Kontexten, auf Veranstaltungen oder eingebunden in Gruppen wieder, die mich in eine paradoxe Lage manövrieren. Einerseits beginne ich auf der interpersonell-emotionalen Ebene, Anschluss zu finden, Kontakt aufzubauen, ich lasse mich auf

26 Jul 2015
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Das know-how der Nerds – Autoritäre Psychologien II

In den letzten Jahren hat sich der Persönlichkeitstypus Nerd in der Popkultur fest etabliert. Die Hornbrille als Insignie des Nerds ist zum Modeaccessoir geworden. Mit The Big Bang Theory findet sich eine äußerst erfolgreiche Sitcom, die eine Gruppe Physik-Nerds zu ihren Helden macht und meist in sexistischer Weise gegen eine „normale“ Blondine (Kaley Cuoco) –

Münkler-Watch: Das Problem der Anonymität

Seit ein paar Wochen wird der Blog Münkler-Watch in den etablierten Medien skandalisiert. Bei Münkler-Watch handelt es sich um einen anonym betriebenen Blog, der eine Vorlesung des Politikwissenschaftlers Herfried Münkler an der HU Berlin begleitet und kommentiert. Der Blog beginnt mit Münklers erster Vorlesung zur „Politischen Theorie und Ideengeschichte“ im Sommersemester 2015, und analysiert diese

Münkler-Watch und die Psychologie des „Extremismus der Mitte“

In der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS) ist am Sonntag, 24. Mai, unter dem Titel „Attacken an der Humboldt-Uni. Unser Professor, der Rassist“ ein Artikel zu „Münklerwatch“ erschienen, in dem man selten komprimiert und direkt die Psychologie unserer neu-konservativen gesellschaftlichen Mitte studieren kann. Zunächst: Münklerwatch ist ein bemerkenswertes Interventionsprojekt von hu.blogsport.de, welches die Vorlesung im laufenden

Kritik, Affekt und das Problem der Realitätsblasen. Kann eine normative Theorie uns retten?

Kurze Erkenntnis zum Kritikverständnis, nach wunderbarem Gespräch heute Vormittag: Es wird ja hin und wieder gesagt, dass die Kritik Foucault’scher und subjektphilosophischer Schule auf so etwas wie „Verflüssigung“ hinauslaufe. Damit ist eine öffnende und machtkritische Infragestellung der epistemischen Kategorien, der sozialen Normen und der subjektiven Wahrnehmungsweisen gemeint, in denen sich Subjekte auf sich selbst und

12 Apr 2015
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brennende Polizeiautos – top!?

Als ich gesternabend aus Frankfurt nach hause kam und mit kurz die Bilder, die dort am Morgen von den Medien geschossen wurden, anschaute, war ich überrascht wie krass doch der Eindruck eines Kriegsgebiets entstand. Danach bin ich relativ frustriert ins Bett gegangen und die Bundestagsdebatte über die Gewalt heute macht das ganze noch frustrierender. Aber:

Aufklärung und Kritik. Eine Verschiebung.

Foucaults Aufsatz Was ist Kritik? von 1978 stellt die Bestimmung heraus: Kritik ist Entunterwerfung. So verstanden, ist Kritik immer ein negatives Verfahren, dass zum einen gegen die gängigen Verfahren und Praktiken von Unterwerfung gerichtet ist. Zum anderen aber auf eine Weise an diese Verfahren und Praktiken andockt, dass sie zugleich über sie hinausgehen kann, also

Ethik Ästhetik Wahrheitssuche – Teil 2

Fortsetzung von Teil 1. Ethik-Ästhetik und die Akademia: Dialektik von Rückzug und Präsenz. Es ist eben entscheidend, dieses ethische Prinzip in beide Richtungen abzugrenzen: Es geht nicht um die altväterliche intellektuelle Elitarität, in der man aus der Umpufferung irgendeiner professoralen Aura oder aus den Mitten eines intellektuellen Bücherstapels urteilend über die Welt richtet. Es geht

11 Dez 2014
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