Tag: Philosophie

Radikale Philosophie – Randgänge der Aneignung

[Text von 2015, verloren & wiedergefunden] Wie lässt sich die Selbstbezeichnung „Radikale Philosophie“ verstehen? Das fragten wir uns bei unserem Besuch der Radical Philosophy Conference im Berliner Haus der Kulturen der Welt. Dabei blieb uns die Bedeutung des Wortes „radikal“ im Laufe des Konferenztages bis zuletzt verborgen. Eines war jedenfalls klar: Diese Konferenz war es

Daten, Dinge, Material. Reflexionen über das Zusammenspiel von Welt und Theorie heute

Nicht erst seit BigData spielen Daten auch in den Wissenschaften eine große Rolle. Spätestens der Empirismus John Lockes und anderer vor allem britischer Empiriker hat das Sinnesdatum, also das Empfangen von Eindrücken durch die Sinnesorgane, zum Angelpunkt theoretischen Nachdenkens über das Verhältnis von Geist und Welt gemacht, und damit auch tief in die Philosophie eingepflanzt.

Kritik, Affekt und das Problem der Realitätsblasen. Kann eine normative Theorie uns retten?

Kurze Erkenntnis zum Kritikverständnis, nach wunderbarem Gespräch heute Vormittag: Es wird ja hin und wieder gesagt, dass die Kritik Foucault’scher und subjektphilosophischer Schule auf so etwas wie „Verflüssigung“ hinauslaufe. Damit ist eine öffnende und machtkritische Infragestellung der epistemischen Kategorien, der sozialen Normen und der subjektiven Wahrnehmungsweisen gemeint, in denen sich Subjekte auf sich selbst und

12 Apr 2015
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Kontrollwut bis es knallt. Über Knast und Suizid.

Immer öfter begegnet mir das Thema Suizid auf irgend eine überraschende Weise; es scheint tiefer und vielschichtiger in gesellschaftliche Zusammenhänge eingebunden zu sein als man das denkt. Teil dieser Beobachtung ist, dass mir die weitläufige Vereinbarung, darüber nicht zu sprechen oder zu berichten, immer mehr wie kollektive Verdrängung erscheint – als eine Verdrängung, kraft derer

Aufklärung und Kritik. Eine Verschiebung.

Foucaults Aufsatz Was ist Kritik? von 1978 stellt die Bestimmung heraus: Kritik ist Entunterwerfung. So verstanden, ist Kritik immer ein negatives Verfahren, dass zum einen gegen die gängigen Verfahren und Praktiken von Unterwerfung gerichtet ist. Zum anderen aber auf eine Weise an diese Verfahren und Praktiken andockt, dass sie zugleich über sie hinausgehen kann, also

Ethik Ästhetik Wahrheitssuche – Teil 2

Fortsetzung von Teil 1. Ethik-Ästhetik und die Akademia: Dialektik von Rückzug und Präsenz. Es ist eben entscheidend, dieses ethische Prinzip in beide Richtungen abzugrenzen: Es geht nicht um die altväterliche intellektuelle Elitarität, in der man aus der Umpufferung irgendeiner professoralen Aura oder aus den Mitten eines intellektuellen Bücherstapels urteilend über die Welt richtet. Es geht

11 Dez 2014
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